Schulterschmerzen

# Impingement-Syndrom
# Ruptur (Riss) der Rotatorenmanschette
# Kalkschulter
# Arthrose des Schultergelenks

 

Impingement-Syndrom

Beschwerdebild

Schmerzhafte Einschränkung der Schulterbeweglichkeit überwiegend beim Heben der Arme nach vorne oder beim Abspreizen und Drehbewegungen. Die Schmerzen könne sowohl tags als auch nachts auftreten. Der Schmerz ist am Oberarmkopf lokalisiert, kann aber auch in den Nacken oder Ellenbogen ausstrahlen. In diesem Fall finden sich oft druckempfindliche Muskelknoten (Triggerpunkte) oder Muskelverhärtungen in der gelenkführenden Muskulatur.

 

Ursachen

Die Ursache liegt in dem engen Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf (subakromialer Raum). Eine dauerhafte oder langjährige Überbelastung (z.B. Überkopfarbeiten) kann allmählich zu Verschleißerscheinungen führen. So können sich Knochenanbauten im Akromioklavikulargelenk als Folge einer Arthrose oder eine knöcherne Ausziehung an der Schulterdachspitze bilden. Hinzu kommt aufgrund der chronischen Reizung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach zu einer Verdickung der Schleimbeutelkapsel, die bei bestimmten Bewegungen einklemmt und Schmerzen auslöst.

 

Diagnostik
  • Röntgendiagnostik
  • Ultraschall
  • ggf. MRT bei unklarer Beschwerdesymptomatik

 

Selbsttherapie
  • Kälteanwendung,
  • lokale Salbenanwendung
  • Nach Sicherung der Diagnose durch einen Arzt: Dehnungsübungen und Kräftigung der gelenkführenden Muskulatur anfangs unter ärztlicher oder physiotherapeutischer Anleitung. Das Ziel ist den Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf zu erweitern.

 

Ärztliche Intervention
  • Medikamentöse Therapie mit nicht-steroidalen-Antiphlogistika für wenige Tage (3 bis 5)
  • Diagnostische / therapeutische Infiltration des entzündeten Schleimbeutels mit einem lokalen Betäubungsmittel. Dabei kann auch eine kleine Menge Kortison verabreicht werden, um eine schnelle Linderung zu erreichen. In unserer Praxis wird diese Spritze unter Ultraschall – Kontrolle durchgeführt, um das Medikament direkt in den Schleimbeutel zu spritzen.
  • Deaktivierung der myofaszialen Triggerpunkte mittels dry needling, Infiltration der druckempfindlichen Stellen (Tender points) mit einem lokalen Betäubungsmittel mit oder ohne Kortison. Alternativ kann ein pflanzliches Entzündungshemmendes Mittel gespritzt werden.
  • Operation mit arthroskopischer Erweiterung des subakromialen Raums bei anhaltenden Beschwerden und nach Ausschöpfung der konservativen Therapie

 

Folgebehandlung
  • Eigenständiges Durchführen von erlernten Übungen nach Krankengymnastik
  • Haltungsschulung
  • Überprüfung der beruflichen und Alltagsaktivitäten

Termin vereinbaren
 

Ruptur (Riss) der Rotatorenmanschette

Beschwerdebild

Teilruptur der Rotatorenmanschtte: akute Schmerzen im Schultergelenk nach einer abrupten Bewegung (schweres Heben, starkes Ziehen am Arm oder schnelle Bewegung über die Grenze des physiologischen Bewegungsumfangs). Diese Schmerzen lassen nach einer gewissen Zeit deutlich nach. Die Funktion im betroffenen Arm wird wiederhergestellt, wobei bei bestimmten Bewegungen oder insbesondere bei Überkopfarbeiten sich erneut bemerkbar machen. Die Schmerzen können in den Nacken oder in den Oberarm Ausstrahlen und sind oft intensiver nachts beim Liegen auf der betroffenen Seite.
Teilruptur der Rotatorenmanschette kann sich zu einer kompletten Ruptur entwickeln! Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle ist notwendig.
Kompletter Riss der Rotatorenmanschette: Die Schmerzen werden, wie „Messerstich“ empfunden. Die aktive Beweglichkeit ist bei Dreh- oder Seitwärtsbewegungen des Arms hochgradig eingeschränkt.
Übliche Alltagsaktivitäten oder einfache Bewegungen (Ankleiden, Körperhygiene) sind nicht mehr möglich.

 

Ursachen

Bei jüngeren Patienten ist ein Riss der Rotatorenmanschette meistens Folge einer Verletzung (z.B. Sportunfall).
Bei älteren ist in der Regel degenerativ bedingt. Chronische Entzündungen und ständige Reibung der Sehne auf der Knochenspitze – bedingt durch eine Enge zwischen Schulterdach und Oberarmkopf – führen allmählich zu einer Abnutzung der Sehne. Die Reißfestigkeit der Sehne wird dadurch herabgesetzt. Es reicht dann eine übliche Bewegung , die zu einem Sehnenriss führt.

 

Diagnostik
  • die klinische Diagnostik ist für einen totalen Riss der Rotatorenmanschette aufschlussreich. Der Patient kann nach Aufforderung den Arm nach vorne oder seitlich nicht mehr bewegen.
  • Die Röntgendiagnostik ist wichtig, um die Zentrierung des Oberarmkopfes im Gelenk zu beurteilen. Das beim liegenden Patienten während des MRTs nicht möglich.
  • Mit dem Ultraschall wird von einem erfahrenen Arzt ein Sehnenriss schnell erkannt.
  • Mit der MRT-Diagnostik werden besser Details und das Ausmaß des Schadens festgestellt.

 

Selbsttherapie
  • Bei einem akuten Schmerz sofort mit dem Kühlen anfangen. Das wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Die Kälteanwendung alle 2-3 Stunden wiederholen. Eis nie direkt auf die Haut legen und nicht länger als 5 min lassen.
  • Ein Riss der Rotatorenmanschette erfordert immer eine fachspezifische Behandlung. Eine Selbsttherapie zur Erhaltung einer schmerzarmen Schulterfunktion sollte erst nach Abklärung vom behandelten Arzt stattfinden.

Eine konservative Therapie mit Physiotherapie und Schmerzmitteln wird bei älteren Patienten bevorzugt. Hier zeigt die konservative Therapie genau so gute Erfolge wie die operative. Bei vorbestehenden Erkrankungen (Schultergelenksarthrose) oder bei Begleiterkrankungen ist eine Operation sogar kontraindiziert.

 

Ärztliche Intervention

Bei jüngeren oder bei Patienten mit einer hohen Anspruchshaltung ist die operative Therapie mit Refixation der gerissenen Sehne empfohlen. Ohne Op ist eine Verbesserung der Kraft nicht zu erwarten. Diese sollte für einen bessere Erfolg in einem Schulter-Zentrum stattfinden.
Inzwischen wird eine Operation auch nach einer erfolgslosen konservativen Behandlung 3 bis 6 Monate nach dem Verletzungsereignis empfohlen.
Die Operation mit anatomischer Rekonstruktion und Naht der Sehne wird arthroskopisch (Schulterspiegelung) durchgeführt. Diese Operationstechnik ist bezüglich der Schmerzen nach der Operation vorteilhaft und führt zu einer schnelleren Wiederaufnehme der normalen Alltagsaktivitäten.
Die Indikation für eine Operation bei einem Teilriss der Rotatorenmanschette ist relativ. Dabei spielen verschiedene Faktoren (Alter, funktionelle Ansprüche, Entstehung der Ruptur) eine entscheidende Rolle für eine Indikationsstellung.

 

Folgebehandlung

Die Folgebehandlung (konservativ oder operativ) hat als Ziel eine schmerzfreie Funktion in einem guten Bewegungsumfang zu erreichen.
Die Physiotherapie spielt vor allem nach einer Operation eine sehr wichtige Rolle für den Verlauf der Behandlung. Die Zusammenarbeit des Physiotherapeuten mit dem Operateur ist während der gesamten Phase nach der Operation unabdingbar.

Termin vereinbaren
 

Kalkschulter

Beschwerdebild

Die Beschwerden einer Kalkschulter können erheblich variieren. Typische Symptome abhängig von der Größe des Kalkdepotds meistens in der Supraspinatussehne sind:

  • Schmerzen meistens des Nachts beim Liegen auf der betroffenen Seite
  • Schmerzen bei oder nach stärkerer Beanspruchung des Arms
  • Bei Überkopfarbeiten
  • akut einschießende Schmerzen ohne Verletzungsereignis oder außergewöhnliche Belastung mit hochgradiger Bewegungseinschränkung in allen Bewegungsrichtungen (Pseudoparalyse).

 

Ursachen

Die Rotatorenmanschette ist von Natur ein Gewebe mit geringer Dichte an Blutgefäßen. Mikroverletzungen, die durch die Reibung der Sehne auf die Unterkante des Schulterdachs entstehen können, werden schlecht wieder repariert. Dadurch kommt es zu einer Umwandlung des Kollagengewebes der Sehne zu einem Faserknorpel, der seinerseits zu einem festen Kalk umgewandelt wird. Dieser Kalk drückt bei bestimmten Bewegungen (Dreh- und Seitwärtsbewegungen des Arms) auf den Schleimbeutel unter dem Schulderdach (Bursa subakromialis) und verursacht schmerzhafte Entzündungen.
Manchmal löst sich dieser Kalk von alleine auf. Das ist dann mit sehr starken Schmerzen verbunden. Die Beweglichkeit im Schultergelenk ist schmerzbedingt aufgehoben.

 

Diagnostik

– Im Ultraschall kann man schnell in der Praxis den Kalk sicher erkennen. Dabei werden auch andere Strukturen, wie Schleimbeuteln oder Sehnen gründlich untersucht.
– Beim Röntgen kann man den Kalk als „schattengebende“ Struktur dokumentieren und gleichzeitig die Weite des subakromialen Raums beurteilen.
– MRT ist oft zum Ausschluss von komplexen oder therapieresistenten Verläufen die Untersuchung der Wahl.

 

Selbsttherapie

Als Soforthilfe empfiehlt sich die Anwendung von Kälte. Manche Patienten empfinden allerdings die Wärme angenehmer und wirksamer als die Kälte.
Die Ruhigstellung des Arms mit einer Armschlinge verhindert Schmerzattacken.

 

Ärztliche Intervention

Die Therapie der Kalkschulter ist in der Regel konservativ. Zu den konservativen Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Einnahme von nicht-steroidalen-Antiphlogistika
  • Infiltration des entzündeten Schleimbeutels mit einem lokalen Anästhetikum und einer kleinen Menge von Kortison. In unserer Praxis wird es unter Ultraschall – Kontrolle gemacht. Dadurch wird die Nadel der Spritze direkt in den Schleimbeutel geführt. Das zeigt eine höhere Wirkung und ist weniger schmerzhaft.
  • Die fokussierte Stosswellentherapie hat sich in den letzten Jahren als eine Standarttherapie etabliert. Die Erfolgsquote liegt laut internationalen Studien für sehr gute / gute Ergebnisse über 90%.
  • Sehr selten ist bei therapieresistenten Verläufen die Indikation für eine Operation gegeben. Dabei wird der gesamte Kalk arthroskopisch entfernt.

 

Folgebehandlung

Sobald die Schmerzintensität nachlässt, sollte der Patient mit Bewegungsübungen anfangen. Das Schultergelenk ist sehr empfindlich und neigt schon nach wenigen Tagen nach Schmerzbeginn zu Versteifung. Die gelenkführende Muskulatur verkürzt sich und die Gelenkkapsel schrumpft und verklebt sich. Die Mobilisierung ist danach sehr schmerzhaft, mühsam und langwierig.
Unter Einnahme von Schmerzmitteln nach physiotherapeutischer Anleitung und auf jeden Fall in Eigenregie eine Reihe von Bewegungsübungen aktiv und passiv muss der Bewegungsumfang wieder hergestellt werden.

Termin vereinbaren
 

Arthrose des Schultergelenks

Beschwerdebild

Die Schmerzen im Schultergelenk bei einer Arthrose sind an Anfang diffus und nicht genau lokalisierbar. Beim Fortschreiten der Erkrankung kommt es zunehmend zu einer Bewegungs- und Funktionseinschränkung. Die Schmerzen treten in Ruhe und bei Belastung auf. Drehbewegung und das Abspreizen der Arme sind in ihrem Umfang reduziert und zunehmend schmerzhaft.
Man hört dabei Knirsch- und Reibegeräusche, die auf die Abnutzung des Gelenkknorpels zurückzuführen sind.
Im Endstadium der Erkrankung klagen die Patienten über eine erhebliche Minderung der Lebensqualität. Bei beidseitigem Befall ist teilweise die Selbstversorgung gefährdet.

 

Ursachen

Bei der primären Arthrose handelt es sich um eine fortlaufende Abnutzung des Gelenkknorpels. Es handelt sich um einen schleichenden Prozess mit Verschmälerung des Gelenkspalts bis schließlich die Knochen des Gelenks aufeinander liegen. Die Reibung der Knochen führt zu schmerzen zeitweise mit Entzündung der Gelenkkapsel und Ergussbildung.
Die genaue Erklärung für diese degenerativen Prozess ist kompliziert und man kann meistens keine Ursache feststellen. Mechanische Überbeanspruchung, schwere körperliche berufliche Tätigkeit oder extreme Sportarten können auf jeden Fall zu irreparablen Schäden führen.
Von einer sekundären Arthrose ist die Rede, wenn das Gelenk verletzungsbedingt seine ursprüngliche Integrität verloren hat. Die häufigsten Ursachen sind ein Bruch im Schultergelenk, eine Auskugelung begleitet von Bänder- Knorpel- oder Sehnenverletzung mit resultierender Instabilität.

 

Diagnostik

Neben der klinischen Diagnostik die radiologische Untersuchung ist aufschlussreich.

 

Selbsttherapie

Regelmäßiges Training der Schultermuskulatur und Bewegungsübungen zur Erhaltung eines funktionellen Bewegungsumfangs.

  • Vermeidung von Überlastungen, die zu einer Aktivierung der Arthrose führen können
  • Wärmeanwendung als schmerzlindernde Maßnahme
  • Auftragen von entzündungshemmenden Salben.
  • Physiotherapie

 

Ärztliche Intervention
  • medikamentöse Therapie
  • Hyaluronsäure Spritzen
  • Operative Behandlung bei gegebener Indikation. Diese hängt vom Alter der Patienten, den allgemeinen Gesundheitszustand, die Schwere der Funktionsbeeinträchtigung und die Anspruchshaltung. Die Operation kann eine Arthroskopie mit einer Sanierung des Gelenks oder ein vollständiger Gelenksersatz mit Einbau einer Prothese. Die Art des Eingriffs hängt vom Stadium der Arthrose ab.

 

Folgebehandlung

Nach initialer Einleitung eines Physiotherapie- Programms mit Bewegungsübungen und Stärkung der gelenkführenden Muskulatur sollen die Patienten diese Übungen in Eigenregie fortführen. Gelenkschonende sportliche Aktivitäten, wie schwimmen sind empfehlenswert.

Termin vereinbaren
FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail