Obere Extremitäten

Epikondylitis (Tennisarm, Golfarm)

Beschwerdebild

Schmerzen im Bereich des Ellenbogens sowohl bei Bewegungen des Ellenbogens als auch des Handgelenks und der Finger. Es kann bis zu einer erheblichen Einschränkung der Handfunktion führen.

Beim Tennisarm (Epikondylitis radialis) sind die Sehnenansätze der Handstrecker an der Außenseite und beim Golfarm (Epikondylitis ulnaris) die Handbeuger an der Innenseite des Ellenbogens betroffen.

 

Ursachen

Chronische Überbelastung der Hand oder/und des Ellenbogens im beruflichen Bereich oder bei sportlichen Aktivitäten mit wiederkehrender extremer Beanspruchung der Muskulatur können zu einer Reizung der Sehnen führen.
Schwere körperliche Tätigkeit auf der Arbeit, beim Sport oder auch in der Freizeit ist die häufigste Ursache für die Beschwerden. Computerarbeiten mit ständiger Mausbetätigung können auch zu einer Ermüdung der Muskulatur mit Verkürzung der Muskulatur der Handstrecker führen. Die Folge ist die Entwicklung von schmerzhaften myofaszialen Muskelknoten (Triggerpunkte).
Starke Beanspruchung des Ellenbogens für lange Zeit kann zu Mikrorissen und Lockerung der Seitenbänder. Die Folge ist eine Instabilität und die Beschwerden als Epikondylitis behandelt werden.

 

Diagnostik
  • Die Klinische Untersuchung beinhaltet Tests für Instabilität des Ellenbogengelenks, Zeichen von Einklemmung einer Schleimhautfalte oder Blockierungserscheinungen wegen eines freien Gelenkkörpers
  • Druckschmerzen entlang der Streckmuskeln ist ein Zeichen für Triggerpunkte
  • Ultraschall zum Ausschluss eines Sehne- /Muskelfaserrisses
  • Röntgen bei Verdacht einer degenerativen Erkrankung (Arthrose)
  • MRT bei komplexen und unklaren Beschwerden

 

Selbsttherapie
  • Ruhigstellung und Entlastung des Armes
  • Lockale entzündungshemmende Salben
  • Kälteanwendung
  • tiefe Massage zur Lockerung der Muskulatur und Mobilisierung der Faszien. Anschließend Dehnungsübungen kombiniert von Eisanwendung für die Auflösung von Triggerpunkten
  • Überprüfung vom Arbeitsplatz

 

Ärztliche Intervention
  • Verordnung von nicht-steroidalen-Antiphlogistika für 7 Tage
  • In der akuten Phase der Beschwerden kann eine Infiltration (Spritze) mit Kortison durchgeführt werden. Halten die Schmerzen länger als 3 Wochen an, dann ist die Wirkung der Spritze gering.
  • Untersuchung und evtl. Behandlung der HWS miteinbeziehen
  • Die fokussierte Stoßwelle ist eine hocheffektive Methode der konservativen Behandlung
  • Dry needling für die Auflösung der myofaszialen Triggerpunkte.
  • Verordnung von Physiotherapie / manueller Therapie
  • Sehr selten ist eine operative Therapie notwendig. Die Indikation für eine Operation ist gegeben, wenn eine Schleimhautfalte (Plica humeroradialis), Knorperschaden, Instabilität, freie Gelenkkörper oder Kapselverklebungen als mögliche Ursachen für die Beschwerden im Vordergrund stehen.
    Diese Operationen werden inzwischen arthroskopisch durchgeführt.

 

Folgebehandlung
  • Modifizierung der Bewegungen während der Arbeit oder des Sports
  • Vermeidung von extremen Belastungen
  • Dehnungsübungen und Kälteanwendung
  • Besorgung einer ergonomischen PC-Maus oder Bedienung mit der anderen Hand für eine gewisse Zeit.

 

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