Lendenwirbelsäule (LWS)

# Akute Lumbalgie (Hexenschuss / Lumbago)
# Chronische Rückeschmerzen
# Akute Lumboischialgie ohne neurologische Ausfälle
# Akute Lumboischialgie mit neurologischen Ausfällen – Bandscheibenvorfall

 

Akute Lumbalgie (Hexenschuss / Lumbago)

Beschwerdebild

Akute Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Einschränkung der Beweglichkeit überwiegend beim Bücken.
Keine Ausstrahlung der Schmerzen in die unteren Extremitäten. Neurologische Symptome, wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Beinen sind nicht vorhanden.

 

Ursachen
  • Fast 80% der akuten Rückenschmerzen sind muskulärer Natur. Man kann in der schmerzenden Region lokale Muskelverspannungen in Form von myofaszialen Triggerpunkten gut ertasten. Eine Überforderung der Muskulatur bei einer geringen Belastbarkeit (muskuläre Dysbalance) führt zu einer erhöhten Muskelspannung. Diese führt durch Drosselung der Blutgefäße zu einer lokalen Ansammlung von Stoffwechsel -Abbauprodukten und eine Senkung des lokalen pH – Werts.
  • Bei einer psychischen Dauerbelastung (zB. Stress) kann es auch zu Kreuzschmerzen kommen. Eine reduzierte Entspannungsfähigkeit der Muskulatur begünstigt die Entstehung von Verspannungen.
  • eine funktionelle Bewegungsstörung (Blockierung) der Zwischenwirbelgelenke
  • Blockierung des ISG-Gelenks mit Ausstrahlung der Schmerzen in die LWS – und / oder Gesäß – Region
  • Bein älteren Menschen oder bei Patienten mit Vorerkrankungen kann eine knöcherne Verletzung (Wirbelbruch) die Ursache sein. Diese Verletzung kann auch bei üblichen Bewegungen im Alltag entstehen.
  • Sehr selten handelt es sich um eine Bandscheibenverlagerung.
  • Degenerative Veränderungen, wie Osteochondrose, Arthrose der Zwischenwirbelgelenke oder Bandscheibenschäden sind nur zu 5-10% die Ursache für die Schmerzen. Meistens sind sie Zufallsbefund in der bildgebenden Diagnostik (Röntgen, CT oder MRT).
  • Morbus Bechterew . Es handelt sich um eine häufige chronisch-rheumatische Erkrankung. Tritt zwischen dem 15 und 30 Lebensjahr auf. Die Erstmanifestation tritt mit starken tief-sitzenden ISG-Schmerzen auf. Drehbewegungen der Wirbelsäule sind aufgrund der Reizung der Zwischenwirbelgelenk eingeschränkt. Oft strahlen die Schmerzen in den seitlichen Oberschenkel.
  • Infektion durch Keime in dem Wirbel oder Bandscheibe

 

Selbstbehandlung
  • Keine Panik und Ruhe bewahren! Fast 1/3 der Patienten sind bei der Vorstellung in der Praxis schon auf dem Weg der Besserung oder beschwerdefrei. 10% nehmen gar nicht den geplanten Termin wahr!
  • Einnahme von üblichen Schmerzmitteln
  • Lokale Salbenanwendung
  • Stufenbettlagerung
  • Körperliche Schonung

 

Diagnostik
  • Manualltherapeutische Funktionsanalyse
  • Röntgenaufnahme bzw. Computertomografie bei Verdacht auf knöcherne Verletzung (Wirbelbruch)
  • MRT zum Ausschluss einer Bandscheibenverlagerung oder Zusatzdiagnostik bei einer entzündlich / rheumatischen Erkrankung
  • Labor (BSG, CRP, Blutbild, Titerbestimmung M. Zoster und Borreliose, HLA B27)

 

Ärztliche Intervention

Medikamntöse Therapie

  • Manualltherapeutische Mobilisation / Manipulation der festgestellten Blockierungen nach Bewegungsanalyse.
  • Auflösung der Triggerpunkte mittels dry needling oder der radialen Stosswellentherapie für breitflächige Regionen.
  • Infiltration der Facettengelenke oder Nerven. Durch die schnelle Wirkung sind die Spritzen bei Ärzten und Patienten sehr beliebt. Die Placebo-Wirkung wird allerdings bei 50-80% geschätzt! Wenn man aber das Risiko einer Infektion oder Gefäß- / Nervenverletzung berücksichtig, sollten sie nur in ausgewählten Fällen verabreicht werden.
  • Aufsuchen mit Hilfe des Patienten der Belastungsfaktoren nach dem bio-psycho-sozialem Model.
  • Verordnung von speziellen Hilfsmitteln (Korsett).
  • M. Bechterew: Überweisung zu einem Rheumatologen für die Mit-/Weiterbehandlung
  • Eine chirurgische Therapie ist selten indiziert

 

Folgebehandlung
  • Wiederaufnahme der beruflichen oder alltäglichen Aktivitäten nach ausreichender Schmerzlinderung
  • Überprüfung des Arbeitsplatzes
  • Haltungsschulung unter physiotherapeutischer Anleitung,
  • Krankengymnastik am Gerät,
  • Lokale Stabilisation und funktionelle Kräftigung durch Stärkung der WS stabilisierenden Muskulatur erst statisch kontrolliert, dann dynamisch
  • Teilnahme an speziellem Übungsprogramm (Reha-Sport)

Termin vereinbaren
 

Chronische Rückeschmerzen

Beschwerdebild

Chronische Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule., die länger als 6 Wochen dauern. Die Übergänge sind fließend. Akute Rückenschmerzen mehr als 3x im Jahr werden auch als chronisch definiert.

Schmerzbedingte Einschränkung der Beweglichkeit in allen Bewegungsrichtungen.
Keine Ausstrahlung der Schmerzen in die unteren Extremitäten. Neurologische Symptome, wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Beinen sind nicht vorhanden.

 

Ursachen
  • Das aufdringliche Verlangen von den Patienten nach einer Röntgenaufnahme oder nach einem MRT, um „genau zu wissen“ ist – medizinisch gesehen – unnötig. Die Feststellung eines „kleinen Bandscheibenvorfalls“ ohne klinische Relevanz bestätigt das Angstgefühl „ich wusste es, ich habe was“. Diese Dramatisierung führt zu unangemessenen Krankmeldungen und Beeinträchtigung der psychischen Verfassung. Für einen fiebrigen Infekt mit Husten reicht die klinische Untersuchung vom Hausarzt. Eine Computertomografie mit Feststellung von Infiltraten ist nicht entscheidend für die Therapie und beeinflusst keinesfalls die Genesung.
  • Fast 80% der akuten Rückenschmerzen sind muskulärer Natur. Man kann in der schmerzenden Region lokale Muskelverspannungen in Form von myofaszialen Triggerpunkten gut ertasten. Eine Überforderung der Muskulatur bei einer geringen Belastbarkeit (muskuläre Dysbalance) führt zu einer erhöhten Muskelspannung. Diese führt durch Drosselung der Blutgefäße zu einer lokalen Ansammlung von Stoffwechsel Abbauprodukten und eine Senkung des lokalen pH – Werts.
  • Bei einer psychischen Dauerbelastung (zB. Stress) kann es auch zu Kreuzschmerzen kommen. Eine reduzierte Entspannungsfähigkeit der Muskulatur begünstigt die Entstehung von Verspannungen.
  • eine funktionelle Bewegungsstörung (Blockierung) der Zwischenwirbelgelenke
  • Blockierung des ISG-Gelenks mit Ausstrahlung der Schmerzen in die LWS und / oder Gesäß Region
  • Sehr selten handelt es sich um eine Bandscheibenverlagerung.
  • Degenerative Veränderungen, wie Osteochondrose, Arthrose der Zwischenwirbelgelenke oder Bandscheibenschäden sind nur zu 5-10% die Ursache für die Schmerzen. Meistens sind sie Zufallsbefund in der bildgebenden Diagnostik (Röntgen, CT oder MRT).
  • Morbus Bechterew . Es handelt sich um eine häufige chronisch-rheumatische Erkrankung. Tritt zwischen dem 15 und 30 Lebensjahr auf. Die Erstmanifestation tritt mit starken tief-sitzenden ISG-Schmerzen auf. Drehbewegungen der Wirbelsäule sind aufgrund der Reizung der Zwischenwirbelgelenk eingeschränkt. Oft strahlen die Schmerzen in den seitlichen Oberschenkel.
  • Bakterielle Entzündung durch Ansiedlung von Keimen in dem Wirbel oder Bandscheibe

 

Risikofaktoren

  • Übergewicht
  • Schwangerschaft

 

Selbstbehandlung
  • Bei Bedarf Einnahme von Schmerzmitteln
  • Lokale Salbenanwendung
  • Stressbewältigung
  • Intensives und konsequentes Training der Rückenmuskulatur
  • sportliche Freizeitgestaltung
  • Management des Körpergewichts

 

Diagnostik
  • Manualltherapeutische Funktionsanalyse
  • Überprüfung des neurologischen Status zum Ausschluss von neurologischen Ausfällen
  • Röntgenaufnahme bzw. Computertomografie bei Verdacht auf knöcherne Verletzung (Wirbelbruch)
  • MRT zum Ausschluss einer Bandscheibenverlagerung oder Zusatzdiagnostik bei einer entzündlich / rheumatischen Erkrankung
  • Labor (BSG, CRP, Blutbild, Titerbestimmung M. Zoster und Borreliose, HLA B27)

 

Ärztliche Intervention
  • Medikamentöse Therapie
  • Manualltherapeutische Mobilisation / Manipulation der festgestellten Blockierungen nach Bewegungsanalyse.
  • Auflösung der Triggerpunkte mittels dry needling oder der radialen Stosswellentherapie für breitflächige Regionen.
  • Infiltration der Facettengelenke oder der Nervenaustrittsstellen. Durch die schnelle Wirkung sind die Spritzen bei Ärzten und Patienten sehr beliebt. Die Placebo-Wirkung wird allerdings bei 50-80%! Geschätzt! Wenn man aber das Risiko einer Infektion oder Gefäß- / Nervverletzung berücksichtig, sollten sie nur sparsam und ausgewählt verabreicht werden.
  • Aufsuchen mit Hilfe des Patienten der Belastungsfaktoren nach dem bio-psycho-sozialem Model.
  • Verordnung von speziellen Hilfsmitteln (Korsett).
  • evtl. Einleitung einer speziellen Schmerztherapie
  • M. Bechterew: Überweisung zu einem Rheumatologen für die Mit-/Weiterbehandlung
  • Eine operative Versorgung ist selten notwendig

 

Folgebehandlung
  • Überprüfung des Arbeitsplatzes
  • Haltungsschulung unter physiotherapeutischer Anleitung,
  • Krankengymnastik am Gerät,
  • Lokale Stabilisation und funktionelle Kräftigung durch Stärkung der WS stabilisierenden Muskulatur erst statisch kontrolliert, dann dynamisch
  • Teilnahme an speziellem Übungsprogramm (Reha-Sport)
  • bei therapieresistenten Fällen kann eine multimodalle Schmerztherapie sehr hilfreich sein. Die Zusammenarbeit von Ärzten, Physiotherapeuten und Psychotherapeuten kann ein individuelles Therapiekonzept ergeben. Eine Neugestaltung der Aktivitäten im Alltag in eine optimierte und rückengerechte Lebensweise ist sehr erfolgsversprechend.

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Akute Lumboischialgie ohne neurologische Ausfälle

Beschwerdebild

Schmerzen im Bereich der LWS mit Ausstrahlung ins Bein. Neurologische Symptome, wie Kribbelgefühl, Sensibilitätsstörungen oder Lähmungserscheinungen sind nicht vorhanden. Längeres Stehen und Gehen sind nicht möglich. Schmerzbedingte Einschränkung der LWS – Beweglichkeit. Der ausstrahlende Schmerz steht im Vordergrund der Symptome.

 

Selbstbehandlung
  • Termin beim Arzt vereinbaren
  • Vermeidung von schmerzauslösenden Tätigkeiten oder Körperhaltungen.
  • Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten
  • Wärmeanwendung

 

Diagnostik
  • MRT bei anhaltenden Beschwerden

 

Ärztliche Intervention
  • adäquate evtl. hochpotente medikamentöse Therapie
  • Infiltration der Facettengelenke oder periradikulär (PRT)
  • Infusion
  • manuelle oder physikalische Therapie durch den behandelten Arzt oder einen Physiotherapeuten
  • Kontrolle des neurologischen Status in regelmäßigen Abständen.

 

Sollten die Beschwerden sich trotz der Medikamente nicht bessern oder sogar verschlechtern, ist eine Vorstellung bei einem WS – Spezialisten notwendig. In seltenen Fällen ist eine operative Versorgung mit Entlastung des betroffenen Nervs erforderlich.

 

Folgebehandlung

Die Stabilisierung der LWS auch bei degenerativen Veränderungen ist das wichtigste Therapiekonzept.
Man soll das erlernte Übungsprogramm in häuslicher Form regelmäßig durchführen. Das Ziel ist, in eine aktive Eigentherapie überzugehen und die Bewegungskoordination zu optimieren. Durch den Aufbau der WS – stabilisierenden Muskulatur wird die Belastbarkeit gestärkt und Rückfälle vermieden.
Die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten bei Bedarf ist empfehlenswert.

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Akute Lumboischialgie mit neurologischen Ausfällen – Bandscheibenvorfall

Beschwerdebild

Starke Schmerzen in der LWS mit Ausstrahlung in das Bein begleitet von Kribbel- / Taubheitsgefühl und Kraftminderung.

 

Selbstbehandlung

Umgehend einen Arzt aufsuchen.
Bei Taubheitsgefühl in der Genitalregion oder Entleerungsstörungen der Harnblase oder des Mastdarms notfallmäßige Vorstellung in einem naheliegenden Krankenhaus!

 

Diagnostik

MRT wegen Verdachts auf einen Bandscheibenvorfall

 

Ärztliche Intervention
  • Therapie mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten
  • bei manifesten neurologischen Defiziten und Lähmungserscheinungen ist die Indikation für eine rasche Operation mit Ausräumung des Bandscheibenvorfalls gegeben.
  • leichte neurologische Ausfälle mit rückläufiger Tendenz sind keine Indikation für eine Operation.

 

Folgebehandlung
  • angepasste Physiotherapie / Krankengymnastik
  • regelmäßiges Übungsprogramm zur Vermeidung von Schmerzrezidiven.

 

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