Knieschmerzen

Die häufigsten Ursachen für Knieschmerzen sind: Meniskusriss, Knorpelschäden, Sehnenentzündungen und Arthrose.

 

# Meniskusriss
# Knieinstabilität
# Kniegelenksarthrose (Gonarthrose)

 

Meniskusriss

Definition

Der Meniskusriss ist die häufigste Knieverletzung. Meistens ist der Innenmeniskus betroffen. Infolge einer ungewöhnlichen oder unkontrollierten Bewegung wird der Meniskus einer hohen Belastung durch Scher- und Druckkräften ausgesetzt. So kann eine dauerhafte Beschädigung der Struktur des Meniskus entstehen. Der Meniskus verliert dann für immer seine enorm wichtige knorpelschützende Funktion als Stoßdämpfer im Kniegelenk. Die Folge ist langfristig anfangs lokal aber zunehmend übergreifender Knorpelschaden und letztendlich Arthrose. Ein natürliches Zusammenwachsen des gerissenen Meniskus ist nicht zu erwarten.

 

Symptome

Belastungsabhängige Schmerzen in der Regel begleitet von einer Ergussbildung (geschwollenes Knie).

Bei komplexen Meniskusrissen (Korbhenkelriss) akute schmerzhafte Blockierungen der Beweglichkeit.

 

Ursache

Die Ursache kann ein einmaliges Verletzungsereignis (Verdrehung beim Sport), wiederholte Mikroverletzungen (Arbeiten in kniender Position) oder einseitige Belastung der Gelenkfläche (X- oder O-Beine).

Die Beschwerden können akut oder chronisch sein. Akut, wenn ein gerissener Meniskusteil zwischen den Gelenkflächen einklemmt und die Bewegung des Knies als Keil bremst. Kleinere Risse verursachen Schmerzen bei bestimmten Bewegungen begleitet von Ergussbildung und Funktionseinschränkung des Kniegelenks.

 

Diagnostik

Die Diagnose beruht auf die klinische Untersuchung und wird meistens durch das MRT vervollständigt.

Die Röntgendiagnostik ist unabdingbar. Sie ist wichtig für die Beurteilung der Beinachse und der Höhe des Gelenkspalts. Eine Minderung des Gelenkspalts von mehr als 4mm ist Zeichen einer Knorpelabnutzung.

 

Therapie

Die Therapie zumindest eines akuten Meniskusrisses mit Blockierungserscheinungen sollte zeitnah in die Wege geleitet werden. Ein reparabler Riss durch eine Meniskusnaht sollte in jedem Fall angestrebt werden. Die Rettung des Meniskus hat höchste Priorität, anderenfalls der Knorpelschaden ist vorprogrammiert (Foto 1).
Kleine degenerative Risse können durchaus konservativ behandelt werden.

Die operative Therapie bringt keine signifikante Vorteile gegenüber der konservativen.
Bei vorliegender Deformität der Beinachse bietet sich die Möglichkeit einer operativen Korrektur (Osteotomie) mit sehr guten Erfolgen.

Die ständige Überlastung z.B. des inneren Kompartiments bei O-Beinen führt früher oder später zu einer frühzeitigen Meniskus- und Knorpelabnutzung. Im fortgeschrittenen Stadium der Knorpelabnutzung – schon im mittleren Erwachsenen Alter – spricht man dann von einer manifesten Arthrose.

Voraussetzung für eine erfolgsversprechende Osteotomie ist ein noch erhaltender Knorpel. Die Entlastung des bereits beschädigten Knorpels verzögert definitiv die fortschreitende Abnutzung.

Foto 1

Termin vereinbaren
 

Knieinstabilität

Definition / Ursache

Eine Knieinstabilität kann angeboren oder erworben sein.
In der angeborenen Form handelt es sich um eine generalisierte Bindegewebsschwäche. Die Gelenke sind auch davon betroffen. Die Beschwerden treten häufiger in den Knien auf, aufgrund ihrer höheren Belastung und ihrer komplexen Struktur.

Die erworbene Instabilität ist die Folge einer verletzungsbedingten Beschädigung eines oder mehrerer Bänder mitunter manchmal auch der Gelenkkapsel oder des Knorpels. Die häufigste Bänderverletzung ist der Riss des vorderen Kreuzbandes und des inneren Seitenbandes. Ein isolierter Bänderriss ist selten, in den meisten Fällen kommt es durch die mehrdimensionale Gewalteinwirkung zu einer kombinierten Bandverletzung.

Ein degenerativer Prozess mit Meniskusriss und Knorpelabnutzung führt ebenfalls zu einem erweiterten „Gelenkspiel“ und zu einer gefühlten Instabilität mit wiederkehrenden Reizungen.

 

Diagnostik

Die Diagnostik erfordert einer Bandverletzung erfordert eine gründliche fachärztlich Abklärung, um die richtige Behandlung zu planen. Die Diagnostik besteht aus der klinischen und bildgebenden mittels Röntgen und MRT.

 

Therapie

Die Therapie kann konservativ oder operativ sein. Das Ausmaß der Bänderverletzung und der entstandenen Instabilität ist entscheidend für die Indikation einer operativen Rekonstruktion der durchtrennten Bänder. Das soll in den Händen eines erfahrenen Arztes überlassen werden.

Physiotherapeutische Maßnahmen, wie „Therapie durch Stärkung der Muskulatur reicht vollkommen aus“ führt schon wenige Jahre nach der Verletzung zu irreparablen Schäden.

Eine Operation kann dann nicht mehr eine beginnende Arthrose rückgängig machen.

Die physiotherapeutischen Maßnahmen mit entzündungshemmenden Therapien und Stärkung der Gelenkführenden Muskulatur sind von großer Bedeutung aber mit limitierter Indikation und Wirksamkeit. Allein durch Krankengymnastik kann man ein gerissenes Kreuzband nicht ersetzen. Leichte Instabilitäten können mit Muskelaufbau gut kompensiert werden. Größere können schwerwiegende Folgen haben.
Allerdings die Physiotherapie spielt nach einer Operation am Knie eine sehr große Rolle.

Termin vereinbaren
 

Kniegelenksarthrose (Gonarthrose)

Definition

Von einer Arthrose spricht man, wenn der Gelenkknorpel sich zum größten Teil abgenutzt hat.
Diese Abnutzung oder Verschleiß beginnt im Knie schon relativ früh. Zwischen dem 30 und 50 Lebensjahr ungefähr 50% der Menschen zeigen schon beginnende Verschleißerscheinungen (Foto 2). Ab dem 70 Lebensjahr hat jeder eine Arthrose.

Durch den zunehmenden Abrieb des Knorpels kann es schmerzhaften Reizung des Gelenks kommen und der Reibungswiederstand zwischen den Gelenkpartnern steigt. Das bedeutet, die Gehstrecken werden kleiner und mühsamer.

Foto 2

 

Symptome

Zunehmende Schmerzen beim Gehen und Stehen. Die Bewältigung von längeren Gehstrecken gestaltet sich schwieriger. Das Ersteigen von Treppen ist mit Schmerzen verbunden. Zeitweise Schwellneigung mit Bewegungseinschränkung.

Charakteristisches Symptom einer Gonarthrose ist der Anlaufschmerz. Die ersten Schritte sind schmerzhaft und danach erden die schmerzen milder.
Beim Fortschreiten der Arthrose die Beschwerden werden intensiver und treten sowohl bei Belastung als auch in Ruhe auf. Nächtliche Schmerzen können die Schlafqualität deutlich beeinträchtigen.

 

Ursachen
  • Übergewicht. Eine Reduktion des Körpergewichts um 10% bewirkt eine Schmerzlinderung um 50%
  • Kniedeformitäten (O- oder X-Beine)
  • verletzungsbedingte oder angeborene Instabilitäten
  • genetische Faktoren
  • entzündliche Erkrankungen (Rheuma)
  • Stoffwechselerkrankungen (Gicht)
  • aseptische Knochennekrosen

 

Therapie
  • moderate sportliche Aktivitäten mit niedriger Belastung der Kniegelenke (Fahrradfahren, Schwimmen, Nordic Walking)
  • Kräftigung der knieführenden Muskulatur
  • Tragen von speziellen Kniebandagen
  • lokale entzündungshemmende Maßnahmen, wie Salbenverbände oder Kälteanwendung
  • Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten (NSAID)
  • Infiltration von Kortison in akuten Phasen
  • Therapie mit Hyaluronsäure in Form von Gelenksinjektionen. Über 120 internationale Studien berichten über eine signifikante Schmerzlinderung und Besserung der Beweglichkeit durch die Hyaluronsäure – Spritzen
  • Akupunktur
  • Versorgung mit orthopädischen Schuheinlagen
  • Operation mit endoprothetischem Ersatz des Gelenks. Die Operation wird nur empfohlen, wenn die konservativen Therapien versagen und die Schmerzen nicht mehr zu beherrschen sind.

 

Termin vereinbaren
FacebooktwitterredditpinterestlinkedinmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedinmail