Hüftgelenksarthrose (Koxarthrose)

Definition

Bei der Hüftgelenksarthrose handelt es sich um einen Verschleiß des Gelenks mit Abnutzung des Gelenkknorpels. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu entzündlichen Veränderungen im gesamten Gelenk. Betroffen sind nicht nur die knöchernen Strukturen, sondern auch die Gelenkkapsel, die Bänder und die Sehnen.
Wenn der Knorpel nicht mehr vorhanden ist, dann fehlt die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen und wiederkehrende entzündliche Reaktionen werden ausgelöst.
Die Abbauprodukte der Entzündung greifen auch die Gelenkkapsel und die Folge ist die Anreicherung von vermehrter Gelenksflüssigkeit (Erguss).
Diese entzündlichen Veränderungen im Gelenkapparat weiten sich in den benachbarten Muskeln aus und es kommt zunehmend zu Verkürzungen und Muskelverhärtungen. Insgesamt wird die Gelenkfunktion durch die Einschränkung der Beweglichkeit und Belastbarkeit sehr beeinträchtigt.

 

Ursachen

Die Ursachen für die Entwicklung einer Arthrose im Hüftgelenk sind unklar. Man nimmt an, dass die ständigen natürlichen Reparaturprozesse im Gelenksknorpel mit zunehmendem Alter abnehmen und der Abbau überwiegt.
Warum das bei manchen Menschen der Fall ist und vor allem in einem Gelenk vereinzelt vorkommt, ist noch nicht geklärt.
Bei 5% der 50-jährigen ist eine beginnende Arthrose nachzuweisen. Bei den 80-jäjrigen die Inzidenz steigt auf 25%.

 

Symptome

Häufig ist das Beschwerdebild einer Hüftgelenksarthrose sehr mild oder minimal vorhanden. Manchmal ist ein Verletzungsereignis (Sturz oder falsche Bewegung) der Auslöser der Schmerzen, obwohl der Verschleiß schon lange besteht.
Im Regelfall kommt es dann zu einer rapiden Verschlechterung des Zustands mit Belastungsschmerzen und Behinderung der Beweglichkeit. Im weiteren Verlauf die betroffenen Patienten klagen auch über nächtliche Schmerzen und erhebliche Minderung der Lebensqualität. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist eigeschränkt und die resultierende Steife im Hüftgelenk führt zu einer Gefährdung der Selbstversorgung.

 

Diadnostik

klinische Untersuchung

  • mit der Ultraschalluntersuchung werden beginnende arthrotische Veränderungen und Gelenkserguss erkannt.
  • Bei unklaren Beschwerden wird die MRT-Untersuchung herangezogen
  • die erste und wichtigste bildgebende Untersuchung bei Schmerzen in der Hüftgelenksregion ist die Röntgenaufnahme. Die Strahlenbelastung ist sehr gering und der diagnostische Wert sehr hoch. Bei einer fortgeschrittenen Koxarthrose ist außer der Röntgenaufnahme keine weitere Untersuchung erforderlich (Foto 1).

Foto 1

 

Konservative Therapie / Selbstmassnahmen
  • Optimierung des Körpergewichts
  • Vermeidung vom Liegen auf der betroffenen Seite
  • beim Liegen ein Kissen zwischen den Beinen legen
  • das Sitzen auf tiefen Sesseln / Stühlen vermeiden
  • Anschaffung von einem erhöhten Toilettensitz
  • Teilnahme an sportlichen Aktivitäten (Radfahren auf ebenem Gelände, Schwimmen, nordic walking, Gymnastik, Tanzen, Yoga, Wandern, Fitnessstudio unter Aufsicht)

 

Die berufliche Tätigkeit sollte nach Möglichkeit in wechselnden Haltungen (Sitzen, Gehen und Stehen) ausgeführt werden. Das Tragen und Heben von schweren Lasten (mehr als 25 Kg) sollte vermieden werden.

 

Medikamentöse Therapie
  • schmerzlindernde Medikamente (Analgetika)
  • entzündungshemmenden Medikamente
  • Salbenanwendung – für eine begrenzte Therapiedauer – mit dem gleichen Wirkstoff, wie die herkömmlichen Tabletten bieten eine gute Alternative ohne die Nebenwirkungen von den Tabletten
  • Präparate, die den Gelenkknorpel schützen
  • Phytotherapeutica (zB Teufelskralle oder Kurkuma)

 

Physiotherapie
  • Ziel der physiotherapeutischen Maßnahmen ist, den Bewegungsumfang des erkranken Gelenks zu verbessern und aufrecht zu erhalten und die gelenkführende Muskulatur zu stärken.
  • Physikalische Therapie zur Schmerzlinderung

 

Operative Therapie

Der Gelenkersatz mit einer „künstlichen Hüfte“ gehört zu den erfolgreichsten chirurgischen Verfahren überhaupt.
Die Operation sollte trotzdem frühestens 6 Monate nach erfolgsloser konservativer Therapie angesprochen werden.
Die Wiederherstellung der Mobilität erfolgt relativ schnell, wobei beim Aufklärungsgespräch vor der Operation realistische Ziele gesetzt werden müssen. Die Erwartungen der Patienten sollen angemessen sein.
Durch die minimal invasive Operationstechnik (MIS) werden die Weichteile geschont und die kleine Operationswunde sorgt für weniger Schmerzen und schnelle Mobilisierung unmittelbar nach der Operation.
Vor der Eingriff werden in unserer Klinik die schmerzgenerierende Muskelverspannungen, auch Triggerpunkte genannt mittels einer Akupunkturtechnik deaktiviert. Die internationalen Studien und unsere Erfahrung haben gezeigt, dass durch diese Vortherapie die Schmerzen nach der Operation fast um die Hälfte reduziert werden.
Das Gehen schon während des Klinikaufenthaltes ohne Gehstützen ist in unserer Klinik keine Seltenheit.

 

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