Halswirbelsäule (HWS)

# Akute Nackenschmerzen
# Chronische Nackenschmerzen
# Akute Zervikobrachialgie (Schulter-Arm-Syndrom) ohne neurologische Ausfälle
# Akute Zervikobrachialgie (Schulter-Arm-Syndrom) mit neurologischen Ausfällen (Bandscheibenvorfall)

 

Akute Nackenschmerzen

Beschwerdebild

Akute Nackenschmerzen mit Einschränkung der HWS-Beweglichkeit. Teilweise Ausstrahlung in den Hinterkopf.
Klinisch gut tastbare Verspannungen der Muskulatur in Form von Hartspann. Druckempfindliche Muskelknoten (Triggerpunkte). Keine Ausstrahlung der Schmerzen in die oberen Extremitäten, keine Sensibilitätsstörungen, keine Missempfindungen.

 

Ursache

Die Ursachen für Nackenschmerzen sind sehr komplex. Sehr häufig sind sie Folge von Überlastung der Muskulatur durch monotone Bewegungsabläufe oder Fehlhaltung am Arbeitsplatz oder einer schweren körperlichen Tätigkeit. Verletzungen (z. B. Schleudertrauma), Bandscheibenvorfall oder Grunderkrankungen wie Arthrose oder Rheuma können auch akute Schmerzen im Nacken verursachen.
Risikofaktoren:

  • Einseitige sowie körperliche Arbeit (z.B. Bauarbeiter, Fließbandarbeiten, Gießerei, Altenpfleger, Krankenschwestern)
  • Psychische Faktoren wie z. B. Stress, Ängstlichkeit, Depressionen

 

Diagnostik

Außer der gründlichen klinischen Diagnostik und der Anamneseerhebung ist eine zusätzliche apparative Diagnostik (Röntgen, Computertomografie oder MRT) in der Regel nicht nötig.

 

Selbsttherapie
  • Wärmeanwendung,
  • lokale Salbenanwendung
  • Dehnungsübungen,
  • lokale Massage zur Förderung der Durchblutung und Mobilisierung der Faszien und Verbesserung des Lymphabflusses.
  • Stressabbau

 

Ärztliche Intervention
  • Manuelle Therapie nach Funktionsanalyse,
  • Deaktivierung der myofaszialen Triggerpunkte mittels dry needling, Infiltration der druckempfindlichen Stellen (Tender points) mit einem lokalen Betäubungsmittel mit oder ohne Kortison. Alternativ kann ein pflanzliches Entzündungshemmendes Mittel gespritzt werden.
  • Radiale Stosswellentherapie
  • Neuraltherapie
  • Einnahme von nicht-steroidalen-Antiphlogistika für max 5 Tage
  • Kinesio taping

 

Folgebehandlung
  • Wenn erforderlich, manuelle Therapie bei Beschwerdepersistenz
  • Krankengymnastik an Geräten
  • Haltungsschulung
  • Überprüfung der Alltagsaktivitäten
  • Herausarbeiten eines individuellen Übungsprogramms nach Anleitung (Reha-sport)

Termin vereinbaren
 

Chronische Nackenschmerzen

Beschwerdebild

Anhaltende Nackenschmerzen ohne Verletzungsereignis mit Einschränkung der HWS-Beweglichkeit oft begleitet von Schwindel und migräneartigen Kopfschmerzen.
Klinisch gut tastbare Verspannungen der Muskulatur in Form von Hartspann. Druckempfindliche Muskelknoten (Triggerpunkte). Verstärkung oder Auslösung der Kopfschmerzen nach anhaltendem Druck auf den schmerzenden Punkten. Keine Ausstrahlung der Schmerzen in die oberen Extremitäten, keine Sensibilitätsstörungen, keine Missempfindungen.

 

Ursache

Die Ursachen für Nackenschmerzen sind sehr komplex. Sehr häufig sind sie Folge von Überlastung der Muskulatur durch monotone Bewegungsabläufe oder Fehlhaltung am Arbeitsplatz, oder einer schweren körperlichen Tätigkeit. Verletzungen (z. B. Schleudertrauma), Bandscheibenvorfall oder Grunderkrankungen wie Arthrose oder Rheuma können wiederkehrende und anhaltende Nackenschmerzen verursachen.

 

Risikofaktoren
  • Einseitige sowie körperliche Arbeit (Bauarbeiter, Fließbandarbeiten, Gießerei, Altenpfleger und Krankenschwestern)
  • Psychische Faktoren wie z. B. Stress, Ängststörungen oder Depressionen

 

Diagnostik

Röntgendiagnostik zum Ausschluss von degenerativen Veränderungen oder Instabilitäten.
Eine MRT – Untersuchung ist als Routineuntersuchung nicht notwendig.

 

Selbsttherapie
  • Wärmeanwendung,
  • lokale Salbenanwendung
  • Dehnungsübungen,
  • lokale Massage zur Förderung der Durchblutung und Mobilisierung der Faszien und Verbesserung des Lymphabflusses.
  • Stressabbau, Stabilisierung der Stimmungslage

 

Ärztliche Intervention
  • Manuelle Therapie nach Funktionsanalyse,
  • Deaktivierung der myofaszialen Triggerpunkte mittels dry needling, Infiltration der druckempfindlichen Stellen (Tender Points) mit einem lokalen Betäubungsmittel mit oder ohne Kortison. Alternativ kann kann ein pflanzliches Entzündungshemmendes Mittel infiltriert werden.
  • radiale Stosswellentherapie
  • Neuraltherapie
  • Einnahme von Muskelrelaxans
  • Kinesio taping

 

Folgebehandlung
  • Wenn erforderlich, manuelle Therapie bei Beschwerdepersistenz
  • Krankengymnastik an Geräten
  • Haltungsschulung
  • Überprüfung der Alltagsaktivitäten
  • Herausarbeiten eines individuellen Übungsprogramms nach Anleitung (Reha-sport)
  • Berücksichtigung bzw Evaluation von psychosozialen Faktoren. Dazu gehören: nicht verarbeite Konflikte im beruflichen oder privaten Bereich, Depressionen, existentielle Ängste, Unzufriedenheit auf der Arbeitsstelle, monotone Arbeit, Probleme in der Partnerschaft. Die meisten Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule (ca 80%) sind die Folge einer gestörten Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche. Das Verlangen und Durchführen von nicht rechtfertigenden Untersuchungen können die Psyche zusätzlich belasten.

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Akute Zervikobrachialgie (Schulter-Arm-Syndrom) ohne neurologische Ausfälle

Beschwerdebild

Akute Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Arm / Finger. Schmerzbedingte Einschränkung der HWS-Beweglichkeit. Sensibilitätsstörung oder Kraftminderung im Arm nicht vorhanden.

 

Ursache

Die Ursachen für diese Beschwerden sind meistens myofasziale Triggerpunkte. Sehr häufig sind sie Folge von Überlastung der Muskulatur durch monotone Bewegungsabläufe oder Fehlhaltung am Arbeitsplatz, oder einer schweren körperlichen Tätigkeit. Verletzungen (z. B. Schleudertrauma) , Bandscheibenvorfall oder eine aktivierte Spondylarthrose können für akute Schmerzen im Nacken mit diffuser Ausstrahlung in den Arm verantwortlich sein.

 

Diagnostik

Bei anhaltenden Beschwerden ist eine MRT-Untersuchung der HWS erforderlich.

 

Selbsttherapie
  • Vorstellung zuerst beim Hausarzt! Es muss zuerst eine Hertz- oder eine Lungenerkrankung ausgeschlossen werden.
  • Schonung / Vermeidung von körperlichen Aktivitäten

 

Ärztliche Intervention
  • Verordnung von hochpotenten Schmerzmitteln evtl Infusionstherapie
  • Infiltration der Facettengelenke oder periradikulär (PRT) bei Beschwerdepersistenz
  • Kontrolle des neurologischen Status

 

Folgebehandlung
  • Physiotherapie / manuelle Therapie
  • bei anhaltenden Symptomen Einleitung einer speziellen Schmerztherapie

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Akute Zervikobrachialgie (Schulter-Arm-Syndrom) mit neurologischen Ausfällen (Bandscheibenvorfall)

Beschwerdebild

Akute Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Arm / Finger. Sensibilitätsstörung und Kraftminderung in einer Extremität.

 

Ursache

Als erstes sollte bei diesem Krankheitsbild eine Verdrängung der Nervenwurzeln in der HWS-Region abgeklärt werden.

 

Diagnostik

MRT-Untersuchung der HWS bei Verdacht einer Bandscheibenverlagerung.

 

Selbsttherapie
  • Vorstellung zuerst beim Hausarzt! Es muss zuerst eine Hertz- oder eine Lungenerkrankung ausgeschlossen werden.
  • Schonung / Vermeidung von körperlichen Aktivitäten

 

Ärztliche Intervention
  • Verordnung von hochpotenten Schmerzmitteln evtl Infusionstherapie
  • Infiltration der Facettengelenke oder periradikulär (PRT) bei Beschwerdepersistenz
  • Kontrolle des neurologischen Status
  • Veranlassung einer neurochirurgischen Konsiliaruntersuchung
  • Abhängig von Schmerzintensität und Dauer sowie neurologischem Befund evtl Operation.

 

Folgebehandlung
  • Physiotherapie
  • bei anhaltenden Symptomen Einleitung einer speziellen Schmerztherapie
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