Brustwirbelsäule (BWS)

Beschwerdebild

Akute Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule mit Einschränkung der Beweglichkeit oft verstärkt beim Atmen, Husten oder Nießen.
Teilweise Ausstrahlung der Schmerzen in den Brustkorb manchmal bin zum Brustbein.

Bei diesem Beschwerdebild sollte man zuerst unbedingt den Hausarzt zum Ausschluss einer cardiopulmonalen Erkrankung aufsuchen! Alternativ die Notfallambulanz eines nahliegenden Krankenhauses.

 

Ursachen
  • Die Ursache bei akuten BWS-Schmerzen ist meistens eine funktionelle Bewegungsstörung (Blockierung) der Zwischenwirbelgelenk oder zwischen Wirbel und Rippen. Das ist fast immer mit einer Muskelverkrampfung in Form von myfaszialen Triggerpunkten vergesellschaftet.
  • Bein älteren Menschen oder bei Patienten mit Vorerkrankungen kann eine knöcherne Verletzung (Wirbelbruch) die Ursache sein. Diese Verletzung kann auch bei üblichen Bewegungen im Alltag entstehen.
  • Sehr selten handelt es sich um eine Bandscheibenverlagerung.
  • Der Morbus Bechterew ist eine häufige chronisch-rheumatische Erkrankung. Tritt zwischen dem 15 und 30 Lebensjahr auf. Die Erstmanifestation tritt mit starken tief-sitzenden ISG-Schmerzen auf. Drehbewegungen der Wirbelsäule sind aufgrund der Reizung der Zwischenwirbelgelenk eingeschränkt.

 

Selbstbehandlung
  • Man soll auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.
  • Nach der klinischen, evtl. bildgebenden oder Labordiagnostik vorsichtige Mobilisierung der WS unter ärztlicher Anleitung.
  • Lokale Salbenanwendung
  • Körperliche Schonung
  • Wiederaufnahme der sportlichen Aktivitäten frühestens nach Rückbildung der Beschwerden

 

Diagnostik
  • Manualltherapeutische Funktionsanalyse
  • Röntgenaufnahme bzw. Computertomografie bei Verdacht auf knöcherne Verletzung (Wirbelbruch)
  • MRT zum Ausschluss einer Bandscheibenverlagerung oder Zusatzdiagnostik bei einer entzündlich / rheumatischen Erkrankung
  • Labor (BSG, CRP, Blutbild, Titerbestimmung M. Zoster und Borreliose, HLA B27)

 

Ärztliche Intervention
  • Manualltherapeutisch Mobilisation / Manipulation der festgestellten Blockierungen nach Bewegungsanalyse.
  • Auflösung der Triggerpunkte mittels dry needling oder der radialen Stosswellentherapie für breitflächige Regionen.
  • Medikamentöse Therapie
  • Aufsuchen mit Hilfe des Patienten der Belastungsfaktoren nach dem bio-psycho-sozialem Model.
  • Verordnung von speziellen Hilfsmitteln bei Wirbelbruch (Korsett).
  • M. Bechterew: Überweisung zu einem Rheumatologen für die Mit-/Weiterbehandlung

 

Folgebehandlung
  • Überprüfung des Arbeitsplatzes
  • Haltungsschulung unter physiotherapeutischer Anleitung,
  • Krankengymnastik am Gerät,
  • Lokale Stabilisation und funktionelle Kräftigung durch Stärkung der WS stabilisierenden Muskulatur erst statisch kontrolliert, dann dynamisch.
  • Teilnahme an speziellem Übungsprogramm (Reha-Sport)

 

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